Er ist die Knutschkugel in der Q-Reihe der Audi-SUVs: Zwei Wochen hatte ich den Audi Q2 im Alltagstest. Schnelles Fazit: Für die Stadt ist er mir zu groß, für den Familienalltag zu klein. Aber er macht viel Spaß und wäre als flotter Zweitwagen in der heimischen Familienflotte durchaus denkbar.

Zwei Wochen konnte ich den kleinsten SUV aus der Audi-Q-Familie im Alltag testen. Vorher habe ich noch in der Q-Fan-Gruppe gefragt, was ich ausprobieren soll. Aber lassen wir erst mal das Auto auf uns wirken: Nicht nur in vegasgelb ist der kleine Q ein Hingucker.

Fairerweise muss ich gleich sagen: Die Testwagen sind immer hervorragend ausgestattet. Wer mit einem neuen Fahrzeug liebäugelt kann bei bester Ausstattung locker bei mehr als dem Doppelten des Einstiegspreises landen. Beim Audi Q2 liegt der bei 22.900 Euro. Wer einen „nackten“ Einsteiger-Q2 haben möchte, der hat zwar schon einiges an Serienausstattung an Board, das ich persönlich nicht missen wollen würde, wie Klimaanlage, das Start-Stop-System oder auch das Pre Sense Front-Radar, das  querende Fußgänger frühzeitig erkennen kann und bei Bedarf auch notbremst.

Dank diverser Testwagen habe ich mich aber schnell an die unzähligen weiteren Assistenzsysteme gewöhnt, die Audi für seine Fahrzeuge entwickelt hat, und alleine die schlagen natürlich immer gleich mit drei- bis vierstelligen Beträgen zu Buche, und das kann sich schnell zusammenläppern.

Meine Lieblings-Assistenzsysteme und -Ausstattung

Der Active Lane Assist mit Side Assist

Für lange Autobahnfahrten ganz großartig, weil es die kleinen Momente der Unaufmerksamkeit nicht zu folgenschweren Unfällen kommen lässt. Wenn ich nicht alleine unterwegs bin, rede ich gern und lebhaft mit meinen Mitreisenden, und der kurze Seitenblick zum Beifahrer bei 160 km/h hat mich schon manches mal neben die Spur gebracht. Der Active Lane Assist greift spürbar, aber sanft ins Lenkrad, wenn ich eine weiße Linie überfahre und gemahnt mich so zur Aufmerksamkeit auf die Straße.

Die Kombination mit dem Side Assist hat mich so tatsächlich auch schon gerettet: Bei der ersten Ausfahrt mit dem Q2 bei der Fahrzeugvorstellung in Zürich hätte ich fast die Spur nach links gewechselt, wenn der Side Assist mich mich sanft davon abgehalten hätte: Aus dem toten Winkel rauschte ein Fahrzeug vorbei, das ich trotz Totwinkelwarner übersehen hatte.

Active Lane Assist in Kombination mit dem Side Assist: 1.130 Euro

Der Stau- und Notfallassistent im Assistenzpaket (nur bei S tronic)

Ich würde aber gleich das ganze Assistenzpaket buchen, denn unschlagbar und der erste Schritt zum autonomen Fahren ist der Stau- und Notfallassistent. Denn ich hasse Stau, auf langen Strecken stresst mich nichts mehr. Bis 65 km/h kann ich mich aber zurücklehnen und den Stauassistenten seine Arbeit machen lassen: Er folgt dem vorausfahrenden Fahrzeug, erkennt die Spur und bremst bei Bedarf, und wenn die Straße wieder frei ist, erinnert er mich daran, dass ich wieder übernehmen muss.

Sollte ich aber gar nicht übernehmen können, zum Beispiel, weil ich am Steuer zusammengebrochen bin, greift der Notfallassistent ein: Wenn das Lenkrad nicht in angemessener Zeit vom Fahrer aktiv bewegt wurde, auch nicht nach mehreren akustischen und bewegenden Warnungen, bremst das Auto in der Spur ab, und kommt mit Bremslichtern und Warnblinklicht schließlich zum stehen.

Getestet habe ich letzteres allerdings nicht, vielleicht komme ich aber mal mit einem Testwagen auf eine abgesperrte Strecke.

Assistenzpaket inklusive Einparkhilfe plus (s.u.): 1.590 Euro

MMI-Navigation mit MMI-Touch und Virtual Cockpit

Audi Virtual Cpckpit mit NavigationssystemFür mich ein Must Have: Das Navigationspaket, mit Updates, WLAN für alle Fahrzeuginsassen, Connect-Dienste, 10GB Flashspeicher und allem PiPaPo, einfach mal gleich bei Audi reinschauen.

Und dazu gehört für mich auch das Virtual Cockpit, wo ich Karte und Informationen direkt neben den Instrumenten angezeigt bekomme. Das erscheint da so logisch und natürlich, dass ich mich schnell daran gewöhnt habe und auf das reguläre Display auf dem Armaturenbrett verzichten könnte.

MMI-Navigation mit MMI Touch: 2.690 Euro
Virtual Cockpit: 650 Euro

Das Head-Up Display

Reduce it to the max: Im Head-Up Display kann ich mir zum Beispiel Geschwindigkeit, Geschwindigkeitswarnung, Navigationshinweise anzeigen lassen, ohne dass ich den Blick von der Straße wenden muss. Vielleicht kein Must Have, aber auch daran kann man sich ziemlich schnell gewöhnen, weil man dann so schön ablenkungsfrei und fokussiert fahren kann.

Head-Up Display: 600 Euro

Ablage- und Gepäckraumpaket

Da der Q2 auch hinten groß genug ist, um mal schnell zu dritt oder viert von Hamburg nach Berlin zu fahren, würde ich Ablage- und Gepäckraumpaket mit zwei zusätzlichen USB-Ladeschnittstellen für Fondpassagiere wählen. Um zum Beispiel mit Sohn 2.0 zur BMX-Anlage Mellowpark in Berlin zu fahren, ist es ziemlich hilfreich, wenn die Rückbank so flexibel teilbar ist, dass das BMX im Ganzen hinein passt und der Sohn trotzdem noch Platz auf dem Rücksitz hat.

Ablage- und Gepäckraumpaket mit USB hinten: 230 Euro
Teilbare Rückbank: 250 Euro

Die Rückfahrkamera

Auf dem Land haben wir eine 30 Meter lange, und jetzt zum Frühling zusehends zuwachsende Einfahrt, die mich regelmäßig verrückt macht. Der Familien-Doblo, groß, lang, nur mit piependem Sensor ausgestattet, piept dann ständig und immer, bei jedem Blatt und jedem Gras, das in seinen Einzugswinkel auftaucht, und nach hinten sehe ich so gut wie nichts, schon gar nicht, wenn das Auto mal wieder vollgepackt ist.

Parkassistent von Audi, für den Überblick nach hintenWie schön ist es da mit der Rückfahrkamera von Audi, die mir meinen Weg anzeigt und mich –  fast – entspannt rückwärts in die elendig lange Einfahrt einweist. Nur fast, weil: Auch hier piept es STÄNDIG, und entweder habe ich die Einstellung nicht gefunden, oder man kann es nicht abstellen, ohne dass dann auch die Rückfahrkamera gleich mit aus geht. Bitte an Audi: Den Ton würde ich gern separat deaktivieren können. Und noch cooler wäre es natürlich, wenn der Audi alleine die lange Einfahrt hinunter fahren würde 😉

Ja, es gibt auch einen Parkassistenten. Ehrlich gesagt habe ich mich noch nicht so richtig getraut, mich auf ihn zu verlassen. Denn im Zweifel ist ja nicht nur der Testwagen kaputt, sondern auch das Auto vom Nachbarn 😉
Und ob der eine 30 Meter lange Einfahrt als Parkplatz erkennt, weiß ich auch nicht. Ich werde das beim nächsten Testwagen vielleicht doch mal ausprobieren…

Einparkhilfe plus (vorne + hinten, optische Anzeige): 730 Euro
Rückfahrkamera: 600 Euro
beides nur in Kombination mit MMI Radio plus: 440 Euro
oder der MMI-Navigation mit MMI Touch: 2.690 Euro (s.o. ziemlich umfassendes Paket)

Noch mehr Ausstattung

Ausstattung Testwagen Audi Q2Der Test-Q2 hatte dann auch noch eine ausgezeichnete Motorisierung mit Spaßfaktor und so ziemlich alles, was das Fahren noch etwas angenehmer macht.

Und der kam damit auf einen Gesamtpreis von 51.580 Euro. Jap, auch dieser Preis ist mehr als sportlich. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass Audi eben ein Premium-Hersteller ist, und sich das auch im kleinen Q2 genau so anfühlt, sei es in der Verarbeitung, den Materialien, dem Sound oder einfach dem Fahrgefühl.

Kommen wir noch zu Euren Fragen

Udo fragte nach einem Elchtest

Also, ich hab ihn nicht mal ansatzweise zum Kippen gebracht 😉

Carl bat um einen Crashtest und fragte ob alle Türen öffnen und schließen würden

Den Crashtest haben schon andere gemacht, ich hab das deshalb mal gelassen 😉 Türen gehen hervorragend auf und zu, die Heckklappe sogar remote.

Dennis fragte nach dem durchschnittlichen Verbrauch

In den zwei Wochen in einer Kombination von Stadt-, Land-, Autobahnfahrten, häufig beladen mit Menschen und Kisten kam ich auf einen Durchschnittsverbrauch von 7,8 Litern. Ja, Jörg, das Gaspedal habe ich dabei vor allem auf der Autobahn besonders gut getestet 😉

Ambient Light in blau beim Audi Q2Lesego wollte blaues Ambient Light

Sieht gut aus 😉

Und Michael fragte nach der Ladekapazität

Der Kofferraum an sich ist mit 355 Litern beim Quattro und sonst 405 Litern eher niedlich, wobei er für Familieneinkäufe mit Getränkekästen ebenso mehr als ausreichend ist, wie für eine einzelne Umzugskiste und ein paar Tüten. Interessant wird es, wie oben in der Galerie zu sehen, wenn man den Laderaum teilweise oder komplett erweitert, indem die Rückbank umgeklappt wird. Ein BMX passt dann mit drehen des Lenkers am Stück rein. Ein normales Tourenrad habe ich nicht ausprobiert, ohne Vorderrad könnte es aber funktionieren, auch wenn evtl.der Lenker gelockert und gedreht werden müsste.

Eine Tischplatte von 140×90 findet ihren Platz im erweiterten Laderaum, und auch mehrere Umzugskisten passen hinein.

Habt Ihr weitere Fragen zum Audi Q2?

Bitte stellt sie unter dem Artikel, ich werde versuchen sie zu beantworten und gegebenenfalls auch direkt bei Audi nachhaken. Vielleicht findet Ihr viele Antworten aber auch zum Beispiel bei Jens Stratmann auf Rad ab.