Brandenburg, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2015. Dies sind die Abenteuer des Bunbos Plaue, das mit seiner zwei Mann starken Besatzung eine Woche unterwegs war, um fremde Reviere zu erforschen, neue Leute und alte Zivilisationen. Ihr wisst schon.

Sandra – Unendliche Weiten – das war eigentlich das Stichwort. Unendlich weit weg erscheinen hier nämlich häufig jene, die man gern mal näher unter die Linse bekäme: Reiher zum Beispiel.

Aus diesem Grund haben wir uns für unsere Reise auf der Havel ein passendes Objektiv organisiert: Das Telezoom EF 200-400mm f/4L IS USM Extender 1.4x von Canon, das ungefähr so lang und schwer ist, wie seine Bezeichnung.

Weil meine EOS 5D Mark II sicher an dieser High-Tech-Wumme verhungert wäre, gönnten wir uns die EOS 1Dx gleich dazu und hatten so Gelegenheit, diese Kombination im Einsatz zu testen. Meine inzwischen in die Jahre gekommene Immerdabei-Kombi ist die 5D Mark II mit dem 35mm f/1,4. Vielleicht etwas sperrig, im Prinzip aber eine handliche Damenkamera.

Mit ihren gut fünf Kilogramm ist die Profi-Kombi 1Dx mit dem 200-400mm doch ein wenig gewöhnungsbedürftig. So habe ich zu Beginn den Fehler gemacht wie gewohnt die Blendenvoreinstellung zu nutzen, nur um festzustellen, dass ich trotz Auto-Iso jedes Bild verrissen hatte. Danach habe ich nur noch in Tv-Mode mit kurzen Belichtungszeiten gearbeitet, und den Bildstabilisator und die Auto-Iso ihren Job machen lassen.

Ich habe sehr lange nicht mit langen Brennweiten gearbeitet und mich auch nicht näher mit den Einstellmöglichkeiten des Objektivs befasst. Jemand, der das tut wird sicher noch bessere Ergebnisse erzielen. Ich bin für einen ersten Eindruck mehr als zufrieden mit den Fotos.

Und hier habe ich einige Crops mit EXIFs für Euch.

Während der Aufnahmen hatte ich befürchtet, dass nicht ein einziges Bild scharf sein würde: Viel zu schnell stieg der Reiher auf, viel zu schwer war es die Monster-Kombi ruhig auf den Reiher zu halten, während der sich erst von links nach rechts und dann von mir weg bewegte. Umso erstaunter war ich von diesem Ergebnis: Der Fokus der 1Dx ist erste Sahne und im Zusammenspiel mit diesem Telezoom auf jeden Fall ein Fotografentraum.

Fuchs im HavellandNatürlich habe ich auf unserer Reise nicht nur Reiher fotografiert. Auch Füchse und Kühe 😉 habe ich vor diese Linse bekommen, und einige der Fotos vom Skoda Yeti sind mit dieser Kombi entstanden. Und ich habe viele weitere Vogelarten erwischt, aber das ist eine andere Geschichte.

Auch Rob war fasziniert von dem Telezoom, das allerdings auch immer irgendwie samt Kamera im Weg rumstand, schließlich musste sie immer griffbereit in der Nähe sein.

Leihen kann man das Set, das derzeit zusammen rund 15.000 Euro kosten würde, zum Beispiel bei erento oder lensAvenue. Kein günstiger Spaß, aber wer sich mal was leisten möchte, dem sei die Kombination empfohlen.

Robert – Ein wunderschöner Liegeplatz in einer stillen Bucht der Havel. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, die Fische lassen es sich gut gehen. Was gibt es Besseres, als sich nach hinten zu begeben, um sich von der Sonne bescheinen zu lassen? Ein Glas O-Saft, ein Teller mit Leckereien, fehlt nur noch meine Sandra.

Sandra kam kurze Zeit dazu, legte sich zu mir, ich nahm sie in den Arm und genoss den Moment. Stille. Sonne. Ruhe. Genuss! Nicht einmal eine Minute später spannte sich ihr Körper an, was war denn jetzt? „Da, ein Reiher!“ rief sie ganz aufgeregt. Richtete sich auf, sprang eigentlich mehr durch die Tür denn gemütlich hindurchzugehen, um nur wenige Sekunden später mit dem besagten Monsterobjektiv wiederzukehren.

Sie in Hab-Acht Stellung, angelegt, KLACK! Und nochmal KLACK! KLACK KLACK KLACK!!! Die Natur stand immer noch still, obwohl man angesichts der Größe des Objektivs meinen müsste, dass es einen ordentlichen Krach macht. Das Objektiv verrichtete mit leisem Summen seine Arbeit, während der Reiher irgendwo am Uferrand ganz unbeteiligt Model stand. KLACK. KLACK. KLACK. Das satte Geräusch stammt von der Canon 1DX. Sandra war ganz in ihrem Element förmlich versunken. Ich packte meine Sache und ging nach vorne. In mich hineinschmunzelnd.

Kein Wunder, das Objektiv war die einzige Entschuldigung, den gemeinsamen Genuss derart zu unterbrechen. Bei den Bildern klappt mir regelmäßig die Kinnlade herunter. KLACK! 

Weiterführende Links

Pixelpeeping: Telezoom 200-400/4L IS USM mit 1.4 Extender an EOS 1D x im Reiher-Test
SchärfeFokusBildstabilisatorRauschverhalten 1DxAuto-Iso 1D x
GewichtPreis (obwohl das Preis-Leistungsverhältnis vermutlich ok ist)
4.2Fazit
Abbildungsleistung
Handling
Fokus
Alltagstauglichkeit
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